Antifouling entfernen Unterwasserschiff sanieren
Wenn ihr uns auf YouTube oder auf Instagram verfolgt habt, werdet ihr sicherlich schon wissen, was wir in diesem Winter an unserer Leisure 23 so alles gemacht haben. Falls nicht, werdet ihr es gleich erfahren.
Als wir die Pina Ende Oktober aus dem Wasser genommen haben, wussten wir bereits, dass einige Arbeiten am Unterwasserschiff zu erledigen sind. Ich war vorher als Taucher bereits einmal unter dem Schiff und hatte eine kleine Bestandsaufnahme gemacht. Die gusseisernen Kiele hatten stellenweise Rost angesetzt, der Verschluss des alten Schachtes vom Saildrive hatte sich gelöst und das Antifouling hatte über die vielen Jahre bereits einige Krater gebildet und war an einigen Stellen bereits dabei, abzuplatzen.
Sinnvoll war da nur eine Sanierung des gesamten Unterwasserschiffes. Bei der Gelegenheit wollten wir gleich einmal das Loch der Logge im Bugbereich verschließen, um diese Schwachstelle im Rumpf zu beseitigen. Die Logge hatte sowieso schon lange keine Funktion mehr.
Also machten wir uns zunächst daran, das alte Antifouling zu entfernen. Ich hatte diese Arbeiten zuvor bereits einmal an einem anderen Schiff durchgeführt und wusste, dass es eine verdammt harte Arbeit wird. Nachdem ich im Internet viel über die verschiedenen Möglichkeiten gelesen hatte, wollten wir erst einmal versuchen, die Schichten mit einem Abbeizer abzulösen. Danach kann man die gelösten Schichten mit einem Spachtel entfernen.... So zumindest die Theorie.
In der Praxis ist diese stinkende, geleeartige Masse jedoch nur in der Lage, ganz oberflächliche Schichten zu lösen und die ganze Angelegenheit ist eine ziemliche Sauerei weil ständig die glibbrige Masse vom Boot heruntertropft und alle Gegenstände, Schuhe, Pullover, Haare und den Boden in der Farbe des jeweiligen Antifoulings einfärbt.
"Okay das war wohl nichts", dachten wir uns und versuchten unser Glück mit Schleifscheiben aus dem Baumarkt und einem Exzenterschleifer. Diese waren nach wenige Minuten immer komplett mit dem relativ weichen Antifouling zugesetzt und ließen sich dann kaum noch effektiv verwenden. Außerdem war die Arbeit sehr mühsam und erforderte viel Armkraft und etliche Pakete Schleifpapier. Das war also auch keine gute Lösung.
Die dritte Variante war das Entfernen der Lackschichten mit einer Ziehklinge. Im Baumarkt fanden wir auch eine solche Klinge, deren Einsatz aber leider auch keinen wirklichen Erfolg brachte. Es erforderte noch viel mehr Armkraft, die Klinge mit viel Druck auf den Lack zu drücken, als es beim schleifen ohnehin schon der Fall war. Und wirklich viele Lackschichten lösten wir damit auch nicht ab.
Verzweifelt las ich noch einige Beiträge in diversen Foren und Internetseiten zu dem Thema und wollte dann doch nochmal zwei Versuche wagen. Ich hatte bereits von einem Freund den Tipp bekommen, statt herkömmlicher Schleifscheiben, einmal die Abranet- Schleifscheiben der Firma Mirka zu verwenden. Dabei handelt es sich nicht um Papierscheiben mit Löchern für die Absaugung, sondern um richtige Schleifgitter, die sich tatsächlich gar nicht mit Lack zusetzen und durch die große Luftdurchlässigkeit eine viel bessere Absaugung ermöglichen. Schon nach wenigen Minuten der Arbeit war ich schwer begeistert von diesen Scheiben. Was ich vorher in vielen Stunden und mit großem Materialeinsatz geschafft habe, gelang nun in wenigen Minuten, ohne einen einzigen Wechsel der Schleifscheibe.
Eine zweite Offenbarung hatte ich, als ich dann noch einmal anstatt der Ziehklinge aus dem Baumarkt, den Pro-scraper verwendete, über den ich in einem Forum viel Lob gehört hatte. Mit dieser verdammt scharfen Klinge konnte die vielen Lackschichten plötzlich mühelos und in einem Zug abkratzen. Da die Ziehklinge sogar über einen Staubsaugeranschluss verfügt, macht man dabei nicht einmal viel Staub oder Dreck. Über 80% des Schmutzes wurden einfach vom Staubsauger eingesaugt. Ich war schwer begeistert und das Unterwasserschiff war damit in wenigen Stunden komplett von alten Schichten befreit. Auf die herkömmliche Art, hätten wir dafür Locker mehrere Tage gebraucht.
Eine wichtige Anmerkung!!!
Ich bekomme von keiner Firma Geld für diesen Erfahrungsbericht. Ich möchte lediglich anderen Bootsbesitzern diese Plackerei mit dem ungeeigneten Werkzeug ersparen, weil ich anfangs selbst fast an diesen Arbeiten verzweifelt wäre.



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