Einen neuen Motor einbauen? Oder den Alten lieber erhalten?
Wir haben diesen Sommer ziemlich viel Zeit in unserem Motorraum verbracht. Vielleicht habe ich diesen Sommer sogar mehr Zeit kopfüber im Motorraum, als mit Badehose im Wasser verbracht. Das soll so natürlich nicht sein, auch wenn ich die Arbeit grundsätzlich mag.
Unser alter Motor hat wohl jahrelang wenig Liebe bekommen und dementsprechend ein paar altersbedingte Macken. Unser Plan war sowieso eine komplette Überholung im kommenden Winter.
Das Hauptproblem bei älteren, einkreisgekühlten Motoren ist allerdings, dass trotz guter Pflege sich die Kühlkanäle in den vielen Jahren mit Kalk, Rost und anderen Partikeln zusetzen und eine mangelhafte Kühlung der Zylinder verursachen. Manchmal gibt es sogar komplette Durchrostungen an dünnwandigen Motorteilen.
Die Frage vor der man dann schnell steht: Neuer Motor oder den alten Motor reparieren?
Ein neuer Motor von günstigen Anbietern kostet in unserer Dimensionierung zwischen 5000 und 6000 Euro. Dazu kommen jedoch noch viele Kleinteile, Änderungen der Fundamente, möglicherweise noch ein passendes Getriebe oder eine neue Welle. So landet man dann schnell bei weiteren 2000 bis 3000 Euro und der Stundenlohn für den Einbau ist dabei auch noch nicht einberechnet. Den Einbau kann man aber vielleicht erledigen.
Vorteile: man hat dann erstmal ein paar Jahre Ruhe vor größeren Reparaturen und die Ersatzteile sind leicht überall zu bekommen.
Nachteile: die neuen Motoren sind insgesamt nicht mehr so stabil gebaut und werden vermutlich selten eine so hohe Laufleistung erreichen, wie die alten, schweren Eisenschweine.
Die Überholung eines alten Motors lohnt sich finanziell besonders, wenn man dabei selbst Hand anlegt.
Vorteile: man kennt den Motor danach mit zweitem Vornamen und weiß auch bei späteren, eventuellen Problem oft eine schnelle Lösung.
Preislich lägen wir mit unserem Motor bei dem erforderlichen Material vermutlich zwischen 1000 und 2000 Euro.
Aufgrund der enormen Materialstärke des Motors sind keine Durchrostungen zu erwarten. Deshalb kann man bei gewissenhafter Zerlegung, Reinigung und fachgerechter Zusammensetzung davon ausgehen, ebenfalls wieder viele Jahre Ruhe vor größeren Reparaturen zu haben.
Nachteile: man sollte sich ein wenig mit der Materie auskennen, Lust und Mut haben und man benötigt natürlich Platz und Zeit.
Schlussendlich haben wir uns aber für eine Zwischenlösung entschieden. Wir konnten einen guten Motor erwerben, der sein Leben lang mit Zweikreiskühlung, also ohne Seewasser betrieben wurde und daher von Innen in einem sehr guten Zustand sein dürfte. Diesen haben wir jetzt zuhause und beginnen damit, diesen komplett von außen zu entrosten, sämtliche relevanten Teile zu prüfen und ggf. zu erneuern. Außerdem wollen wir ihn einmal neu abdichten, sofern wir Undichtigkeiten feststellen. Außerdem ist die Pumpe für die Zweikreiskühlung defekt.
Diese müssen wir entweder reparieren (hierfür gibt es nur leider keine originalen Ersatzteile mehr) oder wir müssen eine Lösung mit einer anderen Pumpe konstruieren. Anschließend werden wir diesen Motor mit Zweikreiskühlung ins Boot einbauen.
Wie das so läuft und was wir so für Lösungen finden, werden wir hier im Blog dokumentieren
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