Volvo Penta MD17 Umwälzpumpe Reparatur und Problemanalyse

Diese Umwälzpumpe ist ihr Gewicht in purem Gold wert. 
Kein Scherz. 
Dieses kleine Bauteil wird im Netz mit Preisen zwischen 700 und 900 Euro (gebraucht) gehandelt. 

Warum? Dieses Bauteil wird schon seit mehreren Jahrzehnten nicht mehr produziert und war bereits zur Blütezeit des Motors recht selten, weil die meisten Motoren mit Einkreiskühlung verbaut wurden. 

Es handelt sich um die Umwälzpumpe für den inneren Kühlkreislauf unseres Volvo Penta MD17C. 

Als wir den Motor übernommen haben, dachte ich bereits über eine Lösung nach, die Aufgabe dieser Pumpe, nämlich den inneren Kühlkreislauf in Bewegung zu halten, von einer elektrischen Pumpe oder einer anderen, ebenfalls Riemenbetriebenen, Pumpe erledigen zu lassen. Ich hatte bereits ein paar Konstruktionen im Kopf, die sicherlich nach einiger Tüftelei auch funktioniert hätten.

Doch ich entschied mich schlussendlich dafür, noch einen letzten Blick in das Innenleben der Pumpe zu werfen, bevor ich mich ans Tüfteln machen wollte. 
Im Inneren befindet sich das Schaufel- oder Flügelrad aus festem Gummi. Dieses Rad sitzt auf einer Welle und dreht sich leider nicht mehr mit. Es müsste fest auf der Welle sitzen, um seine Aufgabe zu erledigen, doch es rutscht. 
Während der Sektion habe ich ich herausfinden können, das das Rad normalerweise von drei Stiften aus Kunststoff gehalten wird. Die Reste der verbliebenen zwei Stifte konnte ich relativ leicht aus dem Schaufelrad herausfummeln. 
Den innenliegenden Teil der Stifte konnte ich mit einem Bohrer vorsichtig ausbohren. 

Meine Messung ergab einen Stiftdurchmesser von 3 mm und ich war bereits drauf und dran, Kunststoffdraht in gleicher Stärke zu bestellen 
(solcher, wie er zum Kunststoffschweißen verwendet wird) 
Weil Geduld aber in solchen Interessanten Bastelphasen nicht meine Stärke ist, habe ich im Keller ein Stück Kunststoff auf der Drechselbank vorsichtig bis auf den (fast) richtigen Durchmesser abgedreht. (Bei 3,5 mm besaß die Stange nicht mehr genug Festigkeit zum sicheren Drehen.) 
Mit leichtem Übermaß passten die Stifte mit ordentlichem Druck genau in die Löcher. So konnte ich sie abschneiden und mit der Rohrzange vorsichtig noch ein wenig weiter einpressen. 

Die überstehenden Enden ließen sich mit dem Lötkolben wunderbar verschmelzen. Die heiße Kunststoffmasse scheint sich sogar sehr gut mit der gummiartigen Oberfläche verbunden zu haben. Möglicherweise kleben beide Werkstoffe sogar ein wenig zusammen, was die Haltekräfte sicher noch unterstützt. 

Jetzt hat die ganze Bastelei im Prinzip nichts gekostet. Das Stück Kunststoff lag seit Jahren einfach ungenutzt in meiner Reststoffkiste herum.  
Wenn meine Konstruktion nun den Probelauf auch unter Last und Hitze besteht, können wir uns über eine echt gelungene Reparatur freuen. 

Ich hoffe, einigen da draußen vielleicht damit den entscheidenden Hinweis zur Problemsuche und Reparatur geben zu können. Bisher habe ich im Netz dazu nämlich keine Infos gefunden. 

Viel Erfolg beim Basteln! 

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